Sonntag, 18. August 2024

Eigene Unsicherheit.

In diesem Post behandel ich das Thema eigene Unsicherheit in Beziehungen. 

Hierbei geht es darum, dass Gefühl zu haben Aufgrund anderer nicht gut genug zu sein. 

Viele von uns kennen es sicher, je größer der Kreis an Menschen, umso stärker werden die eigene Unsicherheit und Selbstzweifel ( Im Sinne von, niemandem das Wasser reichen zu können und immer schlechter zu sein als die anderen..)

In der Partnerschaft.
Bei relativ sensiblen Menschen ist es so, dass, je mehr Expartnerschaften der Partner hatte, umso stärker zweifelt man an sich selbst und glaubt, auf Grund der relativ hohen "Erfahrung" des Partners, nichts besonderes mehr zu sein.
Vergleichen:
Man vergleicht sich mit seinen/ihren Expartnern und analysiert das Aussehen der Personen und vergleicht dies mit seinem eigenen.
Damit möchte man zum einen "sicherstellen" das man auch ins "Beuteschema" des Partners passt, und zum anderen möchte man auch Gewissheit darüber, dass man niemandem der Expartner ähnelt, wodurch man nur bloß als "Lückenfüller" dienen würde. ( Oft wählen Menschen jemanden aus, der dem Expartner ähnelt, da man an diesem noch hängt und durch den neuen Partner versucht, ihn zu kopieren..)
Emotionaler Druck. 
Je höher die Anzahl der Exliebschaften und/oder Expartner, umso stärker die Unsicherheit.
Man fragt sich, ob der Partner nach "so vielen Menschen" überhaupt noch Begeisterung für einen selbst zeigen oder Empfinden kann.
Man fragt sich, ob man denn überhaupt noch etwas zu bieten hätte, da der Partner ja eigentlich schon sämtliches gesehen haben sollte. 
Man fragt sich, wie die "ganzen" Menschen vor einem so waren, ob sie besser waren als man es selbst ist und ob man zwischen ihnen überhaupt gesehen worden wäre.
Man glaubt, nach "so vielen" Männern/Frauen nichts besonderes oder atemberaubendes mehr zu sein und seinem Partner somit nichts bieten zu können.
Man glaubt, der Partner habe schon alles gesehen und gehört, wie will man da also noch mithalten und ihnen das Wasser reichen können?? Es scheint unmöglich.
Man macht sich Gedanken darüber, wie man doch irgendwie irgendetwas neues für den Partner tun oder sein könnte, auch, um eine gewisse Magie zwischen beiden zu schaffen und die Beziehung romantischer zu gestalten. 
Schnell scheißt einem jedoch wieder die Anzal in den Kopf und man fragt sich, ob dies überhaupt möglich wäre. 
"Bin ICH genug?? Bin ICH gut genug?? Hab ICH etwas, dass die vor mir nicht hatten?? Kann man nach so vielen überhaupt noch interessant sein??"

Man macht die Vergangenheit des Partners zu seinem eigenen Problem, aber das weder mutwillig noch bösartig. Man zerbricht sich den Kopf, stellt sich vor den Spiegel und fragt sich " Reicht das?? " 

In Freundschaft. 
Auch das kennen sicher viele. 
Man mag jemanden ( Freundschaftlich..) und diese Person hat auch noch andere Freunde. Eigentlich was vollkommen normales. 
Sensible Menschen allerdings fühlen sich schnell "ersetzt" wenn die Person etwas mehr mit anderen Freunden zu tun hat. 
Man glaubt, er/sie habe einen vergessen und würde die anderen Personen mehr mögen.
Man glaubt auch hierbei, nicht gut genug und nicht wichtig zu sein. 
Man glaubt, etwas falsch gemacht zu haben und/oder zu langweilig zu sein. 
Man bekommt das Gefühl, der Freund oder die Freundin, wolle einen immer nur schnell wieder los werden, damit mehr Zeit mit den anderen Freunden verbracht werden zu können. 
Man hat das Gefühl, geschnitten zu werden und somit steigt die Selbstunsicherheit immer mehr an. 
Auch hier findet ein Vergleich mit anderen Personen statt. 
Man vergleicht sich mit den anderen Freunden der Person und fragt sich, was sie besser machen und wieso man im Gegensatz zu ihnen alles falsch macht, wieso man so langweilig ist und sie sind es nicht. 
Man fragt sich, wieso mit ihnen mehr Zeit verbracht wird als mit einem selbst. 
Auch hier glaubt man wieder, unwichtig zu sein und man fühlt sich schnell alleine. 
Irgendwann beginnt sogar der soziale Rückzug weil man denkt, es möchte eh niemand Zeit mit einem verbringen. 

Das waren jetzt so die groben Ansätze, sicher gibt es da noch weitaus mehr. 

Diese ganzen, oben genannten Empfindungen haben oft natürlich auch einen Hintergrund, meist führen diese auf traumatische Erlebnisse in der Kindheit zurück, in der auch Vernachlässigung ein großes Thema war. 
Hierzu werde ich demnächst allerdings einen separaten Post verfassen, die Thematik genauer niederlegen und diesen Post hier dort verlinken. 
Denn diese Empfindungen bzw. diese Form von Selbstunsicherheit, um die es hier hing, ist nur eines von vielen psychologischen Symptomen. 

Seid nicht so hart zu der Person, die mit genau diesem Problem zu kämpfen hat. 
Für euch mag es vielleicht mühsam sein, aber für den Menschen, der diese Gefühle und Gedanken hat, ist es mehr als nur mühsam, sondern manchmal wirklich die Hölle und ein emotionales Leiden.
So zu fühlen und so von sich selbst zu denken, ist schwerer als es nur von jemand anderen zu hören. 
Es ist nicht schön so zu fühlen, absolut gar nicht, also geht mit einem Menschen der so fühlt, bitte nicht zu hart ins Gericht. Niemand hat sich diese Gefühle ausgesucht. 

- Demona 

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